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Server-Racks in einem modernen Rechenzentrum
Cloud · 3 Min. Lesezeit · Von Sascha Zaluskowski

Cloud oder lokaler Server? Was für Ihren Betrieb besser passt

Die Ausgangslage

Als Unternehmer stehen Sie früher oder später vor der Frage: Sollen unsere Daten und Programme auf einem eigenen Server im Büro laufen — oder verlagern wir alles in die Cloud? Die Antwort ist nicht so eindeutig, wie viele IT-Anbieter es darstellen. Beide Wege haben Stärken und Schwächen. Welcher besser passt, hängt von Ihrem Betrieb ab.

Was “Cloud” konkret bedeutet

Cloud heißt: Ihre Daten und Programme liegen nicht auf einem Gerät bei Ihnen im Büro, sondern auf Servern in einem Rechenzentrum. Sie greifen über das Internet darauf zu — vom Büro-PC, vom Laptop unterwegs oder vom Tablet.

Typische Cloud-Dienste für den Mittelstand sind Microsoft 365 (für E-Mail und Office), Cloud-basierte Branchensoftware, und Cloud-Speicher wie OneDrive oder Hetzner Storage Box.

Was ein lokaler Server bietet

Ein lokaler Server ist ein Rechner in Ihrem Büro, auf dem Ihre Daten und Programme zentral gespeichert sind. Alle Arbeitsplätze im Büro greifen über das lokale Netzwerk darauf zu — schnell und ohne Internetabhängigkeit.

Netzwerkkabel in einem Server-Schrank

Der ehrliche Vergleich

Wann die Cloud besser passt

  • Mehrere Standorte oder Außendienst: Wenn Ihre Mitarbeiter viel unterwegs sind oder von verschiedenen Orten arbeiten, ist die Cloud klar im Vorteil. Zugriff von überall, ohne VPN-Konfiguration.
  • Kleine Teams (unter 5 Personen): Ein eigener Server lohnt sich bei wenigen Arbeitsplätzen oft nicht. Cloud-Dienste sind sofort einsatzbereit und skalieren mit.
  • Kein eigenes IT-Wissen: Cloud-Dienste werden vom Anbieter gewartet. Sie müssen sich nicht um Updates, Sicherheitspatches oder Hardware-Austausch kümmern.

Wann ein lokaler Server besser passt

  • Große lokale Dateien: Wenn Sie regelmäßig mit großen Dateien arbeiten — CAD-Zeichnungen, hochauflösende Fotos, Videodokumentation — ist ein lokaler Server deutlich schneller. Der Upload in die Cloud dauert bei diesen Datenmengen zu lange.
  • Unzuverlässiges Internet: In ländlichen Gebieten ist die Internetverbindung oft langsam oder instabil. Wenn Ihr Betrieb ohne Internet nicht arbeiten kann, haben Sie ein Problem.
  • Branchensoftware ohne Cloud-Version: Manche spezialisierte Software läuft nur lokal. Ein Server ermöglicht den gemeinsamen Zugriff im Büro.

Wann eine Hybridlösung Sinn macht

Die meisten Betriebe fahren am besten mit einer Kombination:

  • E-Mail und Office aus der Cloud (Microsoft 365, ca. 11 EUR pro Nutzer/Monat)
  • Branchensoftware und große Dateien auf einem lokalen Server oder NAS
  • Cloud-Backup für die Datensicherung (außer-Haus-Kopie) — wie Sie das nach der 3-2-1-Regel richtig aufsetzen, erklären wir in einem eigenen Beitrag

So nutzen Sie die Vorteile beider Welten: schnellen lokalen Zugriff auf große Dateien und flexible Cloud-Dienste für Zusammenarbeit und E-Mail.

Kostenvergleich: Ein Beispiel

Für einen Betrieb mit 8 Arbeitsplätzen sieht der Vergleich ungefähr so aus:

Reine Cloud-Lösung

PostenKosten
Microsoft 365 Business (8 Nutzer)ca. 88 EUR/Monat
Cloud-Speicher (1 TB)ca. 10 EUR/Monat
Cloud-Branchensoftwareca. 50-150 EUR/Monat
Gesamt monatlichca. 150-250 EUR/Monat

Lokaler Server mit Cloud-Backup

PostenKosten
Server-Hardware (alle 5 Jahre)ca. 2.000-3.000 EUR (einmalig)
Microsoft 365 Basic (8 Nutzer)ca. 48 EUR/Monat
Cloud-Backupca. 10 EUR/Monat
Wartung und Updatesca. 50 EUR/Monat
Gesamt monatlich (umgerechnet)ca. 140-180 EUR/Monat

Die Kosten sind oft ähnlich. Der Unterschied liegt weniger im Preis als in den Anforderungen Ihres Betriebs. Auf unserer Preisseite finden Sie konkrete Beispiele für typische IT-Kosten im Mittelstand.

Worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten

  1. Internetqualität prüfen: Messen Sie Ihre tatsächliche Bandbreite (Upload und Download) zu verschiedenen Tageszeiten. Für Cloud-Arbeit brauchen Sie mindestens 50 Mbit/s Download und 10 Mbit/s Upload.

  2. Datenmenge abschätzen: Wie groß sind Ihre Arbeitsdateien? Bei Textdokumenten und kleinen Bildern reicht die Cloud. Bei CAD-Dateien oder Videos wird es eng.

  3. Mitarbeiter-Mobilität bewerten: Arbeiten Ihre Leute hauptsächlich im Büro oder viel unterwegs?

  4. Branchensoftware prüfen: Gibt es Ihre Hauptsoftware als Cloud-Version? Wenn nicht, brauchen Sie zumindest für diese Anwendung eine lokale Lösung.

Unser Rat

Starten Sie nicht mit einer Komplett-Umstellung. Beginnen Sie mit E-Mail und Office in der Cloud — das funktioniert fast immer und bringt sofort Mehrwert. Den Rest können Sie schrittweise angehen. Wie ein solcher schrittweiser Umstieg in der Praxis funktioniert, zeigt unsere Referenz: Zimmerei Handschlag — von einer kostspieligen Standardlösung hin zu einer schlanken, lizenzfreien Alternative.

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