Zum Inhalt springen

Tipps 3 Min. Lesezeit Von Sascha Zaluskowski

Noch auf Windows 10? Ihre Optionen nach dem Support-Ende

Arbeitsplatz mit Computer — Entscheidung über die Zukunft der Büro-PCs

Warum das Thema jetzt drängt

Seit Oktober 2025 liefert Microsoft keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr für Windows 10. Trotzdem laufen in vielen Betrieben noch immer Windows-10-Rechner — oft, weil sie schlicht funktionieren und im Alltag niemand Zeit für die Umstellung hatte.

Das Problem: Ein Betriebssystem ohne Sicherheitsupdates wird mit jedem Monat angreifbarer. Jede neu entdeckte Lücke bleibt offen — und Angreifer wissen das. Gerade für Rechner, auf denen Kundendaten, Buchhaltung oder das Online-Banking laufen, ist das kein Zustand, den man aussitzen sollte. Warum kleine Betriebe dabei besonders im Visier stehen, habe ich an anderer Stelle beschrieben.

Wer noch auf Windows 10 arbeitet, hat vier Optionen. Hier der ehrliche Vergleich.

Option 1: Kostenpflichtige Übergangs-Updates (ESU)

Microsoft bietet erweiterte Sicherheitsupdates (“Extended Security Updates”) gegen Gebühr an — für Unternehmen mehrere Jahre, mit jährlich steigenden Preisen. Das ist eine Übergangslösung, keine Strategie: Sie kaufen Zeit, lösen aber nichts. Sinnvoll ist das nur für einzelne Rechner, auf denen eine Branchensoftware läuft, die kurzfristig nicht umziehen kann.

Option 2: Windows 11 auf vorhandener Hardware

Wenn Ihre Rechner die Anforderungen erfüllen (unter anderem ein TPM-2.0-Chip und eine halbwegs aktuelle CPU), ist das Upgrade auf Windows 11 kostenlos und der einfachste Weg. Die Krux: Gerade ältere Büro-PCs erfüllen die Anforderungen oft nicht — obwohl sie für E-Mails, Briefe und Tabellen völlig ausreichend wären. Genau diese Rechner sind das eigentliche Thema.

Option 3: Neue Hardware

Für Arbeitsplätze mit anspruchsvoller Branchensoftware ist ein neuer PC oft die sauberste Lösung — moderne Geräte sind schneller, sparsamer und bringen Windows 11 mit. Aber: Einen funktionierenden Rechner zu entsorgen, nur weil ein Chip fehlt, ist wirtschaftlich und ökologisch ärgerlich. Rechnen Sie vor der Sammelbestellung durch, welche Arbeitsplätze wirklich neue Hardware brauchen.

Aufgeräumter Büro-Arbeitsplatz — nicht jeder PC muss ersetzt werden

Option 4: Linux für die Büro-Arbeitsplätze

Hier wird es interessant für alle Rechner, die an Option 2 scheitern: Ein modernes Linux läuft auf genau dieser Hardware noch viele Jahre schnell und sicher — kostenlos und mit laufenden Sicherheitsupdates.

Für wen das passt, ist schnell beantwortet: für Arbeitsplätze, die hauptsächlich E-Mails schreiben, im Browser arbeiten, Briefe verfassen und Tabellen pflegen. Office-Programme, PDF, Drucken, Videotelefonie — all das funktioniert unter Linux ohne Aufpreis. In den meisten Betrieben trifft das auf mehr Arbeitsplätze zu, als man denkt: Empfang, Büro, der Zweitrechner im Lager.

Genauso klar ist die Grenze: Braucht Ihre Branchensoftware Windows, bleibt Windows. Buchhaltungs- oder Werkstattsoftware, spezielle Excel-Makros, Maschinenansteuerung — solche Arbeitsplätze gehören auf Windows 11 oder neue Hardware. Es geht nicht um Ideologie, sondern darum, laufende Kosten dort zu sparen, wo es nichts kostet.

Der pragmatische Fahrplan

So gehe ich bei Kunden vor — und so können Sie es auch halten:

  1. Inventur: Welche Rechner laufen noch auf Windows 10? Welche erfüllen die Windows-11-Anforderungen? Das lässt sich in einer Stunde klären.
  2. Arbeitsplätze sortieren: Wo läuft Branchensoftware (→ Windows 11 oder neue Hardware), wo nur Büroarbeit (→ Linux-Kandidat)?
  3. Einen Testarbeitsplatz umstellen: Nicht den ganzen Betrieb auf einmal. Ein Rechner, zwei Wochen Praxistest, dann entscheiden.
  4. Alte Systeme nicht vergessen: Der Windows-10-Rechner, der “nur noch für ein Programm” weiterläuft, gehört vom Internet getrennt oder sauber isoliert.

Und unabhängig davon, für welchen Weg Sie sich entscheiden: Vor jeder Umstellung steht eine vollständige, geprüfte Datensicherung. Erst sichern, dann umbauen.

Zurück zum Blog